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Airbus SE: Fünf Jahre Zahlen, die einen Blick wert sind

Ein Investment in die Aktie von Airbus SE vor fünf Jahren hätte beachtliche Gewinne abgeworfen. Hier sind die wichtigsten Zahlen und Entwicklungen der letzten Jahre.

Lukas Schmidt··4 Min. Lesezeit

Im Dschungel der Aktienmärkte gibt es einige Namen, die das Gemüt der Anleger gleichermaßen erheitern und verunsichern. Airbus SE, einmal als europäisches Pendant zu Boeing gefeiert, hat über die letzten fünf Jahre eine faszinierende Reise hingelegt. Die Presse ist voller Widersprüche, wenn es um die Frage geht, wie lukrativ ein Investment in das Unternehmen tatsächlich war. Um die Mythen zu entlarven und die Realität zu beleuchten, ist es hilfreich, einen Blick auf einige der vorherrschenden Missverständnisse zu werfen.

Mythos: Airbus ist nur für Risikofreudige geeignet

Viel wird über die Volatilität von Luftfahrtaktien gesagt, und Airbus bildet da keine Ausnahme. Viele glauben, nur Waghalsige sollten in diese Aktie investieren. Während es unbestreitbar ist, dass der Luftverkehr nach wie vor durch externe Faktoren wie geopolitische Spannungen oder pandemiebedingte Vorschriften beeinflusst wird, gibt es auch eine andere Seite. Airbus hat in den letzten Jahren seine Produktionsprozesse optimiert und seine finanzielle Stabilität verbessert. Das Unternehmen hat sich nicht nur auf den Absatz von Flugzeugen konzentriert, sondern auch in den Bereich der Verteidigung und Raumfahrt diversifiziert. Demnach könnten auch konservativere Anleger durchaus von einer Investition in Airbus profitieren, wenn sie bereit sind, die langfristige Perspektive zu betrachten.

Mythos: Der Preis der Aktie spiegelt immer den Wert des Unternehmens wider

Ein weiteres verbreitetes Missverständnis ist der Glaube, der Aktienkurs sei ein direkter Indikator für den Unternehmenswert. Die Realität ist jedoch oft komplexer. In den letzten fünf Jahren gab es Zeiten, in denen die Airbus-Aktie exorbitante Höhen erreichte, auch wenn die Marktentwicklung nicht immer eine solide Grundlage dafür bot. Letztlich ist der Aktienkurs nur eine Momentaufnahme und spiegelt nicht notwendigerweise den wahren Wert eines Unternehmens wider. Zudem neigen Anleger dazu, in Zeiten von Überoptimismus und Pessimismus überzureagieren. Der ökonomische Wert eines Unternehmens sollte auf einer vielschichtigen Analyse basieren, die gesamte Kennzahlen des Unternehmens berücksichtigt, einschließlich der Auftragslage, der Gewinnmargen und der zukünftigen Wachstumsprognosen.

Mythos: Airbus hat keine ernstzunehmenden Konkurrenz

Die Luftfahrtindustrie ist alles andere als ein Monopolspiel. Die Vorstellung, dass Airbus keine ernstzunehmenden Gegner hat, entspringt einer simplistischen Betrachtungsweise. Boeing ist und bleibt der Hauptkonkurrent, doch auch andere Akteure wie die regionale Flugzeugbauern und neuere Unternehmen, die auf innovative Technologien setzen, können als Bedrohung wahrgenommen werden. Airbus hat mit einer Klage wegen Wettbewerbsverzerrung durch staatliche Subventionen ebenfalls bewiesen, dass der Wettbewerb auf dem Markt sehr real und herausfordernd ist. Diese Dynamik zwingt das Unternehmen, konstant in Forschung und Entwicklung zu investieren, um nicht nur seine Marktanteile zu verteidigen, sondern auch um innovativ zu bleiben.

Mythos: Der Gewinn von Airbus ist ausschließlich von der Flugzeugproduktion abhängig

Ein weiterer häufiger Irrtum ist die Annahme, dass die Gewinne von Airbus nur aus dem Verkauf von Verkehrsflugzeugen resultieren. In der Tat hat das Unternehmen mehrere Standbeine. Beispielsweise ist der Bereich Verteidigung und Raumfahrt von erheblicher Bedeutung. Airbus ist nicht nur in der zivilen Luftfahrt tätig, sondern auch in der Herstellung von Militärflugzeugen und Satelliten. In der jüngeren Vergangenheit haben diese Segmente eine immer wichtigere Rolle für den Gesamterfolg des Unternehmens gespielt. In Krisenzeiten, wenn die Nachfrage nach Passagierflugzeugen zurückgeht, kann Airbus somit auf diese diversifizierten Einkommensströme zurückgreifen.

Mythos: Die Airbus-Aktie ist immer ein sicherer Hafen

Die Vorstellung, dass eine Aktie wie die von Airbus ein sicherer Hafen sei, ist eine gefährliche Vereinfachung. Zwar hat sich das Unternehmen in der Vergangenheit als resilient erwiesen, doch auch hier gibt es keine Garantien. Markterschütternde Ereignisse, wie die COVID-19-Pandemie, haben selbst namhafte Unternehmen wie Airbus getroffen. Der Aktienkurs kann schwanken, und das Risiko sollte nie unterschätzt werden. Langfristige Investoren sollten sich dieser Unsicherheiten bewusst sein und ihre Portfolios entsprechend diversifizieren.

Ein Blick auf die Zahlen

Laut der historischen Entwicklung hätte ein Investment in Airbus vor fünf Jahren zu einem satten Gewinn geführt. Zahlreiche Analysten stellen fest, dass die Aktie in dieser Zeit signifikant gewachsen ist, mit einem Preis von etwa 70 Euro im Jahr 2018, während der Kurs mittlerweile 120 Euro überschreitet. Der kontinuierliche Anstieg verdeutlicht das Interesse und das Vertrauen der Anleger.

Zusätzlich zeigt die Auftragslage von Airbus, dass das Unternehmen in der Lage ist, in einem stark umkämpften Markt zu bestehen. Mit einer Vielzahl von Aufträgen aus verschiedenen Ländern und Regionen profitiert Airbus von einem diversifizierten Kundenstamm, der erheblichen Einfluss auf die positive Kursentwicklung hat. Die Prognosen für zukünftige Aufträge deuten darauf hin, dass dieser Trend anhalten könnte, was das Potenzial für Anleger weiter erhöht.

Wer also vor fünf Jahren 1.000 Euro in Airbus investiert hätte, könnte nun, basierend auf dem aktuellen Kurs, einen Gewinn von über 70 % realisieren. Die historische Performance der Aktie legt nahe, dass es sich in Anbetracht der genannten Herausforderungen und Chancen durchaus lohnen kann, die Entwicklung des Unternehmens weiterhin aufmerksam zu verfolgen.

Es bleibt abzuwarten, wie Airbus im gegenwärtigen Umfeld agieren wird und wie sich die geopolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickeln. Klar ist jedoch, dass es sich lohnt, die „Mythen“ über die Airbus-Aktie zu hinterfragen und sich eine differenzierte Sichtweise auf diese spannende Unternehmensstory zu erarbeiten.